Ein Traum von einem Land!

Hallo ihr Lieben!
Es sind erst 5 Tage vergangen, seit ich losgefahren bin, aber es kommt mir schon viel länger vor! Ich habe schon wieder so viel erlebt und tolle Landschaften gesehen, einfach toll!
Meine letzte Nacht bei Denise konnte ich leider nicht gut einschlafen, ich war wohl doch etwas aufgeregt, wie es am nächsten Tag werden würde, wo ich schlafen würde und ob alles klappen würde. Am Montag morgen bin ich sehr früh (6.30Uhr) aufgewacht, ich konnte einfach nicht mehr schlafen. Also habe ich mir ein paar Filme aufs iPad kopiert (das kann ich im Auto laden, den Laptop leider nicht), bin duschen gegangen und habe meine restlichen Sachen gepackt und im Auto verstaut. Das Bett habe ich auch noch frisch bezogen, bevor es dann ausnahmsweise einmal Kaffee aus der Pressstempelkanne (und nicht aus Instantpulver) gab. Ich hatte Glück, vom Vorabend waren auch noch Himbeeren übrig, die gab es dann zusammen mit einer Banane, Müsli und Joghurt zum Frühstück.
Zum Abschied habe ich von Denise und Robin sogar ein kleines Weihnachtsgeschenk bekommen, da habe ich mich unglaublich drüber gefreut! Das wird aber natürlich erst an Weihnachten aufgemacht, ich übe mich also in Geduld. Ein Besuch steht auf jeden Fall auf meiner Liste, und Denise meinte sogar, dass sie mich eventuell in Fox Glacier besuchen würden. Sie wollen nach Weihnachten wohl an die Westküste, da würde ich mich sehr freuen.
Ich bin dann ganz gemütlich die Inland Scenic Route Richtung Tekapo gefahren. Nach etwa einer Stunde Fahrt kam ich an der Rakaia Gorge vorbei, davon hatte ich gelesen. Ich habe also geparkt und bin etwas spazieren gegangen. Das Wetter war übrigens wieder sehr gut, ziemlich warm und mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die Gorge war wirklich schön, das Wasser hatte eine unglaubliche Farbe (Bilder!), so etwas hatte ich noch nicht gesehen. Die Aussicht, auch auf den Mt Hutt (dort ist ein beliebtes Wintersportgebiet), war traumhaft, ich habe den Spaziergang sehr genossen.
Anschließend ging es nochmal etwa eine Stunde im Auto weiter, diesmal in den Peel Forest, der in der Nähe von Geraldine liegt. Dort gab es erstmal Mittagessen (Toast mit Avocado und Tomate, etwas Gurke und Paprika, einen Keks als Nachtisch), bevor es zum Emily Fall (ein Wasserfall) ging. Der Hinweg dauerte nur 45Minuten, ich war danach aber schweißgebadet! Teilweise ging der Weg durch einen Bach, ich habe ihn aber trockenen Fußes gemeistert. Der Wasserfall war dann schön aber relativ unspektakulär. Das Wasser war aber schön kalt, ich habe mich also erstmal abgekühlt und dort noch einen Apfel gegessen, bevor es wieder zurück ging.

Meine letzte Station des Tages war dann Geraldine, ich wollte mir die Stadt ansehen. Die „Stadt“ bestand wieder nur aus ein paar Häusern und Läden, wirklich viel und vor allem interessantes gab es nicht zu sehen, also bin ich bald weiter zu einem Farmshop in der Nähe gefahren. Dort gab es alles mögliche an Obst, auch Kirschen, Aprikosen und Pfirsiche, allerdings waren die ziemlich teuer und sahen nichtmal sonderlich gut aus. Es gab aber auch Eis, da konnte ich mal wieder nicht widerstehen. Es war aber kein gewöhnliches Eis, sondern ich konnte mir gefrorene Beeren aussuchen und entscheiden, ob sie mit gefrorenem Joghurt (das habe ich genommen) oder Vanilleeis gemischt werden sollten. Es war lecker, aber hat eigentlich so geschmeckt, wie wenn ich mir daheim Joghurt mit gefrorenen Beeren mische, also nichts außergewöhnliches.
Ich war mittlerweile ganz schön kaputt, also fuhr ich dann zu einem Campingplatz (eigentlich nur ein Rasen mit 2 Bänken, einer Toilette und einem Grill). Es waren noch 2 Zelte und 2 Campervans dort. Nachdem ich geparkt hatte, habe ich mir einen der Campingstühle geschnappt und mich erstmal hingesetzt. Ich hatte noch Toast mit Avocado und Tomate von Mittags übrig, das gab es als Abendbrot. Eine Mandarine und einen Himbeermuffin gab es auch noch. Nachdem ich also etwas Energie getankt hatte, wurde mein Auto nochmal umgeräumt und optimiert. Ich musste auch noch die „Vorhänge“ (einfach Stoffbahnen) anbringen (ich habe Wäscheleine im Auto verknotet und mit Wäscheklammern den Stoff befestigt), damit ich von außen nicht beim schlafen beobachtet werden konnte.
Bis ich alles zum schlafen hergerichtet und mich, mit allem was ich brauchte, in das (nicht wirklich geräumige) Bett gelegt habe, hatte es eine Weile gedauert. Außer der Tagesplanung für den nächsten Tag und eine Dokumentation über Neuseeland anzuschauen habe ich nicht mehr viel gemacht, mir sind dann einfach die Augen zugefallen.
Meine erste Nacht im Auto hatte ich sehr gut überstanden, mir hat es sogar gefallen. Ich habe dann Zähne geputzt und bin in Richtung Lake Tekapo gefahren. Auf dem Weg habe ich an einem Rastplatz Halt gemacht und gefrühstückt. Ich musste allerdings erstmal rausfinden, wie der Campingherd funktioniert, aber wozu gibt es Youtube? Nachdem ich wusste wie es ging habe ich Tee und Porridge gekocht. Danach wurde noch das Wasser aufgefüllt, weiter gings zum Lake Tekapo. An den Straßenrändern waren schon überall die wunderschönen Lupinen zu sehen, das war farblich einfach toll anzusehen. In Tekapo bin ich tanken gegangen, bevor es zur Touristeninformation ging, wo ich mir eine Karte geholt habe. Dann bin ich ganz gemütlich durch den (wirklich kleinen) Ort gelaufen. Ein Muss war die Church of the good Shepard, die wahrscheinlich am meisten fotografierte Kirche der Welt (oder zumindest Neuseelands). Es waren so viele Menschen, insbesondere Asiaten (!), dort. Ausgerechnet zu der Zeit, zu der ich dort war, war auch eine Grundschulklasse dort unterwegs. Ich habe mich also in Geduld geübt und gewartet, bis ich endlich ein Bild mit nicht ganz so vielen Menschen machen konnte.
Als nächstes ging es zum Mt John Observatory. Das war einwirklich schöner „Spaziergang“ auf den Mt John. Die Sonne hat ganz schön heftig geschienen, ich hatte einen leicht roten Nacken. Oben angekommen war ich von der Aussicht überwältigt und habe sie erstmal genossen! Lake Tekapo hat eine tolle Farbe, dazu die Alpen im Hintergrund, einfach unglaublich! Im Astro Cafe musste ich mich erstmal sortieren und mich entscheiden, was ich denn wollte, alles sah verlockend aus. Ich entschied mich dann für einen Cappuccino und einen Carrot Cake, die richtige Entscheidung, das tat nach dem Aufstieg gut! Der Cappuccino sah schon fast zu schön aus, um ihn zu trinken, passend zum Astro Cafe. Der Carrot Cake war so lecker! Mit Frosting, Cranberries, Kürbiskernen und getrockneten Aprikosen bedeckt, super saftig und lecker!

Tekapo sah von dort oben übrigens ziemlich klein aus (ok, es ist auch klein, aber ich war überrascht wie klein)! Nach dieser leckeren Stärkung ging es, teilweise zum Glück im Schatten, den Berg wieder runter. Die Strecke hatte etwa 3h gedauert, ich hatte also noch viel Zeit. Ich entschied mich dann, noch den Peninsula Walkway zu laufen, der war auch wirklich schön, ging am See entlang und zwischen jeder Menge Schafen hindurch. Lupinen gab es auch überall zu bestaunen. Da es so heiß war (und ich verschwitzt) ging ich noch im Lake Tekapo baden. Das Wasser war vielleicht kalt! Aber die Erfrischung tat gut und war fast genauso gut wie eine Dusche. Ich musste mir danach aber lange Sachen anziehen. Der Kuchen war schon wieder eine Weile her, so dass es Zeit fürs Abendessen war. Ich habe mir Kartoffeln mit Spiegelei gekocht. Das Kartoffel kochen hat vielleicht ewig gedauert! Das lag wahrscheinlich teilweise daran, dass es sehr windig war und der Campingherd das gar nicht mochte. Das Essen habe ich sehr genossen, ich fand es sehr lecker. Zum Nachtisch es eine halbe Banane und einen Himbeermuffin.

Ich wollte unbedingt den Sternenhimmel fotografieren, der soll einer der schönsten und klarsten der Welt sein. Also habe ich geduldig darauf gewartet, dass es dunkel genug war. Leider habe ich es nicht hinbekommen, meine Kamera so einzustellen, dass sie den Sternenhimmel fotografiert. Aber der Sternenhimmel war traumhaft schön! Sogar die Milchstraße konnte man hell und deutlich sehen. Ein bisschen von meiner Kamera (mir) enttäuscht, fuhr ich dann zu meinem Campingplatz am Lake Pukaki. Das war ein kleines Abenteuer, da die Zufahrt eine Schotterpiste und es mittlerweile stockdunkel war. Ich war auch wieder überrascht, was mein Auto alles für Wege schafft! Kurz vor Mitternacht war ich dann da, ich habe nur noch mein Auto geparkt (direkt am See), kurz den Sternenhimmel aus meinem Dachfenster bewundert und sofort geschlafen.

Am Mittwoch morgen bin ich mal wieder sehr früh aufgewacht (6.30Uhr), hatte aber keine Lust schon aufzustehen und habe mich nochmal umgedreht. Um 8Uhr habe ich dann aus dem Fenster geschaut, direkter Blick auf den See, es war alles bewölkt und grau. Der Tag fing ja gut an. Naja, ich bin dann ins etwa 10km entfernte Twizel gefahren und habe erstmal Zähne geputzt. Dann wurden das Wasser aufgefüllt, Informationen im Visitor Center eingeholt und im Supermarkt eingekauft (Brötchen, Marmelade, Paprika und Tomaten). Es ging zurück zum Lake Pukaki und Richtung Mount Cook. Leider war es so bewölkt (und die Wolken hingen sehr tief), dass ich von der tollen Farbe des Wassers und dem Mount Cook nichts zu sehen bekam. An einem der Aussichtspunkte gab es dann aber Frühstück, ich habe meinen Campinggaskocher ausgepackt und mir Tee und Porridge gekocht. Da war dann noch ein witziges asiatisches Pärchen, die haben mich ganz fasziniert fotografiert, wie ich da so mein Frühstück koche und esse. Ich sollte dann auch noch ein Foto von ihnen machen, die Verständigung lief mit Händen und Füßen ab. Hier sind sehr viele Asiaten unterwegs, die meisten sind sehr nervig! Immer stehen sie bei Bildern im Weg und brauchen ewig.
Ich fuhr dann weiter Richtung Mount Cook Village, und wer hätte das gedacht, der Himmel riss auf und es wurde den restlichen Tag noch wunderschön und heiß! Ich konnte doch noch die tollen Bilder vom Mount Cook und der Zufahrtsstraße machen.
Dort angekommen ging es ins Visitor Center, wo ich mir eine Karte besorgt habe. Ich entschied mich dann dazu, den Red Tarns Track zu laufen. Der Track bestand fast nur aus Stufen, oben angekommen war die Aussicht aber gigantisch. Ich habe meine Beine ganz schön gespürt, 2h Treppen hoch und runter sind schon anstrengend. Wieder unten angekommen wurde erstmal Mittag gegessen (Brötchen mit Ei, Tomate und Gurke). Danach wollte ich duschen, mittlerweile war aber eine ganz schöne Schlange davor (hätte ich mal nicht zuerst gegessen, da war noch alles frei). Nachdem ich mich also in Geduld geübt habe, konnte ich endlich duschen – eiskalt! Das war ein Schock, warmes Wasser kostet hier und ich hatte das Geld im Auto, nächstes Mal würde definitiv heiß geduscht werden! Beim Haare waschen ist mir fast das Hirn gefroren, aber ich habe es überstanden und mich danach viel frischer gefühlt! Ich musste mich aber gleich wieder mit Sonnencreme eincremen, hier knallt die Sonne einfach so stark und vor allem lange.
Nun ging es zum Campingplatz (13$ die Nacht, mit Toiletten, Aufenthaltsraum und Trinkwasser), wo ich mein Auto abstellte und den Hooker Valley Track (der fing genau am Campingplatz an) lief. Dieser Track war wunderschön, etwa 10km lang und nicht wirklich anstrengend (bei der Hitze hab ich trotzdem geschwitzt). Bei der Landschaft kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus, ich habe so viele Fotos gemacht, dass mein Akku danach leer war. Ich musste andauernd stehen bleiben und Fotos machen, ich hoffe, die konnten die Schönheit der Landschaft einfangen. Es sah auch so aus, wie in den ganzen Herr der Ringe Filmen, ich habe nur darauf gewartet, dass die Gandalf, Aragorn und Legolas gleich hinter dem nächsten Busch hervorspringen. Am Ende des Tracks war der Hooker Lake, gespeist vom Hooker Gletscher (der kommt vom Mount Cook). Ich war quasi am Fuße des Mount Cook, umwerfend! Mit einem Himbeermuffin (ja, schon wieder, es waren 6 Muffins in der Packung) habe ich die geniale Aussicht genossen. Mit den Händen habe ich dann noch die Wassertemperatur überprüft – eiskalt (kein Wunder, es schwamm auch noch Eis darin).
Dann ging es wieder zurück, mittlerweile hatte ich den Track auch fast für mich alleine, zu Beginn waren für meinen Geschmack zu viele Menschen unterwegs.
Wieder zurück wurde gekocht: Bratkartoffeln mit Zwiebeln. Außerdem habe ich mein Mittagessen für den nächsten Tag vorbereitet, da ich relativ früh los wollte. Nachtisch waren eine halbe Banane und zur Feier des Tages (Nikolaustag) eine Lindorkugel. Ich habe dann noch versucht die Dokumentation über Neuseeland fertig zu schauen, aber ich war einfach zu müde und bin dann schlafen gegangen.
Am Donnerstag bin ich ausnahmsweise mal vom Wecker geweckt worden, und das obwohl ich schon um 22.30Uhr ins Bett gegangen bin. Die viele frische Luft und das ganze wandern machen einfach müde. Ich habe ganz gemütlich in meinem Campingstuhl und in der Sonne gefrühstückt (Haferflocken mit Rosinen und Banane, ein Apfel), die Stärkung habe ich gebraucht!
Mit Sonnencreme, Hut und Trekkingshose ausgestattet ging es dann los, es stand die Mueller Hut auf dem Programm. Der Weg fing direkt am Campingplatz an (die Lage war wirklich perfekt). Ich bin gegen 9Uhr los gelaufen und es war schon sehr warm. Nach etwa 30Minuten fing der Sealy Tarns Track an, der erste Abschnitt des Weges zur Mueller Hut. Dieser Track bestand quasi nur aus Stufen, insgesamt waren es 2200 Stufen! Nach kurzer Zeit haben meine Beine gebrannt und ich war schweißnaß, die abnehmbaren Hosenbeine musste ich erstmal abtrennen, ich bin fast eingegangen. Am Anfang habe ich wirklich gedacht, ich schaffe es nicht zur Hütte, aber als ich die Stufen erstmal erklommen hatte, ging es viel besser. Bei den Sealy Tarns angekommen gab es eine kleine Verschnauf- und Fotopause, bevor es weiter ging.
Der restliche Weg bis zur Mueller Hut war nicht mehr so anstrengend, dafür aber herausfordernder: der Weg war teilweise steil und rutschig, teilweise ging er durch Schnee. Ich hatte nur Turnschuhe an, die wurden im Schnee natürlich nass. Erstaunlicherweise war es auch auf dem Berg richtig schön warm, dafür aber ziemlich windig. Pünktlich zum Mittagessen war ich oben an der Mueller Hut (schön rot thront sie auf dem Berg). Mit bester Aussicht (direkt auf den Mount Cook) saß ich dann an der Hütte und habe mein Brötchen (mit Ei und Tomate), die Karotten und Paprika genossen.
Nachdem ich die Aussicht ausgiebig genossen und fotografiert hatte, ging es wieder zurück. Der Abstieg ging wesentlich leichter als ich es mir beim Aufstieg gedacht hatte, da war ich wirklich froh. Wieder bei den Sealy Tarns angekommen, gab es einen Apfel und die Aussicht wurde nochmal genossen. Gewappnet ging es daran, die 2200 Stufen wieder hinabzusteigen. Es ging erstaunlich gut, allerdings waren meine Beine Pudding und ziemlich wacklig, als ich unten angekommen bin. Da ich noch nicht genug gelaufen war an diesem Tag (haha), machte ich noch einen kurzen Abstecher (nochmal 30 Minuten) zum Kea Point (Aussichtspunkt mit Blick auf den Mueller Lake). Dort gab es dann noch einen super leckeren Afghan-Riegel (Schokolade und Haferflocken), das tat vielleicht gut!
Dann war ich aber wirklich genug gelaufen und es ging zum Campingplatz. Insgesamt war ich 8 Stunden unterwegs gewesen, jetzt musste ich wirklich mal aufs Klo! Danach habe ich (es gibt hier keine Dusche) meinen Kopf unter den Wasserhahn gehalten und den getrockneten Schweiß ausgewaschen. Ich habe mich gleich besser und frischer gefühlt! Den Abend habe ich dann in meinem Campingstuhl genossen, bevor ich gekocht habe. Es gab Reis mit Karotte und Bohnen, nicht wirklich was besonderes aber es war gut und hat satt gemacht. Eigentlich wollte ich als Nachtisch noch einen Himbeermuffin essen, aber ich war zu voll! Könnt ihr euch das vorstellen? Nichtmal Nachtisch hat mehr reingepasst! Ich hatte mich beim Kochen einfach mal wieder verschätzt und nicht rechtzeitig aufgehört zu essen. Ziemlich voll habe ich den Abend ausklingen lassen und es endlich geschafft, die Dokumentation zu Ende zu schauen, bevor ich dann erschöpft eingeschlafen bin.
Am Freitag bin ich wieder ohne Wecker aufgewacht. Ich habe Zähne geputzt und meine Sachen zusammen gepackt, dann ging es kurz zum Visitor Center, wo ich meinen Kameraakku zum aufladen abgegeben habe, bevor es zu einem kurzen Spaziergang zu den Blue Pools (die gar nicht blau sind) und dem Tasman Gletscher ging. Der Spaziergang dauerte nur etwa 1h, war aber landschaftlich wirklich schön. Vor allem lag der Weg in einem anderen Tal, so dass ich auch einen anderen Blick auf den Mt Cook hatte. Vom Aussichtspunkt sah man außerdem dem Tasman Gletscher und den Tasman Lake, mittlerweile zogen auch schon die ersten Wolken auf (das hatte sogar der Wetterbericht gesagt).
Nachdem ich den Kameraakku wieder abgeholt hatte, gab es Frühstück (Haferflocken mit Rosinen und Banane) und das Wasser wurde nochmal aufgefüllt. Dann ging es den Weg zurück zum Lake Pukaki, diesmal mit strahlendem Sonnenschein (vereinzelte Wolken) und einem unglaublich farbinstensivem, türkisen Lake Pukaki. Jetzt weiß ich auch, wovon alle sprechen, wenn sie von der Farbe des Sees reden! Ein Traum! An Peters Lookout Point (da war ich auf dem Hinweg auch schon) fuhr ich nochmal raus, um die Aussicht diesmal bei gutem Wetter zu genießen. Dort habe ich dann ein wirklich nettes Pärchen (er Däne, sie Spanierin, etwa Ende 40) getroffen und mich gut mit ihnen unterhalten. Sie kamen gerade aus der Richtung, in die ich fuhr. Sie waren sogar am Fox Gletscher in dem Cafe, in dem ich bald arbeiten würde! Ihnen hat es dort gut gefallen und sie haben mir noch ein paar Tips gegeben (ich ihnen natürlich auch), unter anderem haben sie mir eine Lachsfarm empfohlen, bei der man kostenlos Lachse füttern kann (und natürlich Lachs kaufen kann). Ich machte dann noch ein paar Fotos von ihnen vor dem tollen See (und sie von mir, sie waren übrigens von meiner Kamera begeistert), bevor sich unsere Wege wieder trennten.
Ich fuhr zum Aussichtspunkt am Ende des Sees, machte ein paar Fotos, und fuhr weiter nach Twizel. Dort hab ich einen Muffin gegessen und bin den Stadtrundgang gelaufen, der am Fluss entlang ging. Der „Fluss“ war eigentlich ein Bach, der Rundgang nur am Bach schön (ruhig und idyllisch mit Lupinen), im Rest der Stadt nicht wirklich. Irgendwie stelle ich mir die Orte hier immer größer vor als sie es dann tatsächlich sind, vielleicht gewöhne ich mich irgendwann noch an die anderen Größenverhältnisse. Eigentlich wollte ich an diesem Tag nicht so viel Laufen und mich erholen, am Schluss waren es trotzdem 15km die ich gelaufen bin (jaja, so sieht ein erholsamer Tag bei Franzi aus). Mit meinen Schuhen bin ich sehr zufrieden! Meine Füße tun überhaupt nicht weh und bis jetzt haben sie mich nicht enttäuscht.
Wieder am Auto gab es Mittagessen (Brötchen mit Ei), anschließend ging es zur Lachsfarm. Dort habe ich Lachse gefüttert, bin dann aber weiter gefahren, da mir zu viele Asiaten da waren (die sind hier überall!). In Omarama (ca 30km weiter) bin ich tanken und dann einen Kaffee trinken gegangen (ich trinke fast keinen Kaffee mehr, ich hatte nichtmal Kopfweh, nachdem ich den „Entzug“ gemacht hatte). Währenddessen habe ich versucht, meine Bilder auf den Laptop zu übertragen und das Internet auszunutzen. Leider hat das Cafe dann bald zu gemacht, so dass ich das Internet kaum nutzen konnte. Im Supermarkt habe ich mir noch eine Packung Toast geholt (Sandwiches sind mittags einfach am einfachsten zu essen und vorbereiten) und bin zum Campingplatz gefahren. Mein Stellplatz war direkt an einem „Fluss“ neben vielen Lupinen. Als ich mich gerade in den Campingstuhl setzen wollte, fing es an zu regnen. Naja, hab ich halt meine Kofferraumklappe aufgemacht und meine kleine Küche auf dem Bett aufgebaut und gekocht. Es gab nochmal den Reis mit Karotte und Bohnen vom Vortag, diesmal aber mit Zwiebeln in der Pfanne angebraten, dazu Spiegelei (ich habe auch gleich noch den Toast in der Pfanne getoastet und ein Spiegelei für das Sandwich gebraten). Nachtisch war eine Scheibe Toast mit Banane und Himbeermarmelade, hmm war das gut! Nachdem ich aufgeräumt hatte, habe ich mich ins Auto gesetzt und mir überlegt, was ich die nächsten Tage machen könnte (sofern das Wetter mitspielt). Ich habe außerdem die Bilder gesichtet. Wow, da sind tolle Landschaftsbilder dabei (ich hoffe, ihr könnt mir zustimmen)! Nachdem ich dann eigentlich schon im Bett lag und schlafen wollte, musste ich nochmal aufs Klo. Also bin ich im dunkeln hingelaufen. Auf dem Rückweg ist mir erst der schönste Sternenhimmel aufgefallen, den ich je gesehen habe! So klar und schön, da konnte ich dann super einschlafen.
Ich hatte zwei perfekte und wunderschöne Tage im Mt Cook Nationalpark. Bisher hat es mir dort am besten gefallen, die Landschaft war einfach unglaublich schön. Ich bin so dankbar, dass ich so viel Glück mit dem Wetter hatte, fit genug war, alles machen zu können was ich wollte, und das erleben durfte.
Ich kann nur wiederholen, wie toll die Landschaft hier ist! Es macht mir sogar Spaß zu wandern, das hätte ich vor ein paar Jahren auch nicht gedacht! Ich bin auch immer wieder überrascht, wie schnell man doch einen Berg hochkommt, und dass ich das schaffe! Und man glaubt es kaum, auch das Campen macht mir Spaß (ja, das dürfte einige überraschen)! Mittlerweile habe ich mein Auto schön hergerichtet und ich finde auch die Sachen (meistens) auf Anhieb. Schlafen kann ich immer sehr gut, es ist sogar relativ bequem, auch wenn die Schaumstoffmatratze ziemlich dünn ist und man nicht aufrecht sitzen kann. Bisher habe ich nichtmal meinen Schlafsack gebraucht, die normale Decke reichte bisher. Es ist ein ziemlich einfaches Leben im Auto, es gibt nur einfache Sachen zu essen, nichts was gekühlt werden muss (also kein Fleisch, kein Käse, kein Joghurt usw), und geduscht wird auch nicht regelmäßig. Internet gibt es für mich nur am Handy, der Laptop wird eigentlich gar nicht benutzt (eine Ausnahme: einmal wurden Bilder angeschaut), da ich keine Möglichkeit habe, ihn aufzuladen. Schon schwieriger wird das bei meiner Kamera, mittlerweile war ein Akku schon leer fotografiert! Beim Visitor Center im Mt Cook Nationalpark konnte ich zumindest den Akku (gegen eine Spende) aufladen, da war ich schonmal erleichtert!
Außerdem freut man sich auf einmal über die kleinsten Dinge, zum Beispiel fließendes Wasser, gute Toiletten oder sogar Picknickbänke.
Eine Angewohnheit in Neuseeland ist übrigens der Nachtisch geworden (welch ein Wunder). Wer mich kennt, weiß dass ich Süßes liebe. Aber seit ich hier bin gehört der Nachtisch einfach richtig dazu, und wenn es nur eine Banane ist, aber irgendwas Süßes brauche ich einfach.
Die Sonne scheint in Neuseeland zur Zeit übrigens fast 15,5h! Mehr als genug Zeit und Sonnenlicht also, um die vielen tollen Wege hier zu laufen (sofern es nicht gerade regnet). Es ist hier (bei den Südalpen zumindest) ziemlich windig und das Wetter ändert sich sehr schnell. Aber es gibt nicht das falsche Wetter sondern nur die falsche Kleidung! Ich bin immer auf alles vorbereitet und perfektioniere mein Zwiebelprinzip. Mittlerweile habe ich auch ganz schön Farbe bekommen, allerdings hauptsächlich am Nacken, den Armen und im Gesicht.

Ich kann gar nicht alles in Worte fassen, was mir den ganzen Tag so durch den Kopf geht. Es gibt so viel zu erzählen! Ich hoffe, ich kann in etwa das vermitteln, was ich hier so erlebe.

Die Map wird upgedatet sobald ich mit dem Laptop Internet habe.

Bis (hoffentlich) ganz bald, eure Franzi

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