Langeweile und ungesundes Essen

Hallöchen ihr Lieben!

Diese Woche habe ich das erste Mal so richtiges Westküsten-Wetter erlebt. Drei Tage lang hat es ununterbrochen wie aus Eimern geschüttet! Von den vorhergesagten 10 Tagen Regen gab es allerdings nur drei Tage, da hatten wir also bisher nochmal Glück. Wirklich viel Interessantes habe ich euch leider nicht zu erzählen, ich hatte aber an zwei Tagen Besuch! Ich berichte euch daher einfach ein bisschen, was auf der Arbeit so los ist und wie mein normaler Tagesablauf so aussieht.

Am Montag Abend bin ich fast an meine Grenzen gestoßen. Ich war müde und hatte wohl wieder meinen typischen Franzi-Tonfall (wer mich kennt, weiß wovon ich spreche) drauf. Es war tatsächlich der erste Abend, an dem ich froh war, Feierabend zu haben. Abendessen war eine sehr leckere Kartoffel-Sellerie-Dill-Suppe, als Nachtisch gab es Nutella-Bananen-Crepes, die noch übrig gewesen waren. Außerdem stand abends auf einmal mein Besuch unerwarteter Weise auf vor mir. Den Besuch hatte ich eigentlich erst am Mittwoch erwartet, daher war ich etwas überrascht. Zum Glück hatte ich mit meinen Mitbewohnern schon abgesprochen gehabt, dass der Besuch (ein Freund aus Budapest, den ich in Helsinki kennengelernt hatte, und ein Freund von ihm) bei uns übernachten konnte. Nach meinem Feierabend habe ich die beiden mit nach Hause genommen und auf der Couch einquartiert. Ich war ziemlich kaputt, daher haben wir uns nur noch kurz unterhalten, bevor ich ins Bett gegangen bin.

Am Dienstag morgen ging es wieder um 8.15 Uhr los. Meinen Besuch habe ich zum Gletscher geschickt, allerdings sah das Wetter nicht gut aus. Es hat dann auch fast den ganzen Tag unglaublich geschüttet. Ich sage nur: Willkommen an der Westküste! Während meiner Schicht habe ich ein super Lob für den besten Cappuccino bekommen. Es war ein junges Pärchen, das meinen Cappuccino sehr lecker fand, da habe ich mich riesig drüber gefreut. Während meiner Mittagspause hatte ich Gesellschaft von meinem Besuch, die beiden sind im Restaurant vorbei gekommen und haben einen Black Forest Brownie gegessen während ich Frittata mit Hähnchen und Salat hatte. Tagsüber war noch etwas los bei der Arbeit, abends dann allerdings nicht mehr. Da nicht wirklich viel los war und wir überbesetzt waren, wurde ich leider schon um 20 Uhr nach Hause geschickt. Immerhin hatte ich noch ein Abendessen bekommen: Schnitzel mit Salat. Naja, zumindest hatte ich etwas mehr Zeit für meinen Besuch. Daheim hatte ich noch schnell das Bad geputzt und geduscht, dann haben wir den ersten Herr der Ringe Film zusammen angeschaut. Was anderes konnten wir bei dem Dauerregen auch nicht machen.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch habe ich unglaublich gut geschlafen! Das hat wirklich gut getan, auch wenn ich am nächsten Morgen immer noch müde war. Um 10 Uhr gab es erstmal ganz gemütlich Frühstück, bei mir gab es Apfel und Muffin. Danach haben wir uns auf den Weg nach Franz Josef zu den Hot Pools gemacht, es hat die ganze Zeit geregnet und war einfach nur trist und grau. Die Hot Pools waren bei dem Wetter genau das Richtige. Als „Einheimischer“ habe ich sogar einen Rabatt auf den Eintritt bekommen und statt der $28 nur $8 gezahlt, das war klasse. Es gab drei unterschiedlich warme Hot Pools: 36°, 38° und 40°. Wir haben im 38° Pool angefangen, danach ging es in den 40° Pool, dort bin ich dann fast eingeschlafen. Es war wirklich entspannend und hat gut getan, mal so gar nichts zu machen. Nach etwas mehr als zwei Stunden waren wir dann ziemlich verschrumpelt und durchgeweicht, also haben wir uns auf den Weg in ein Cafe gemacht. Wir wollten Kuchen essen und haben uns in mehreren Cafes die Kuchen angeschaut. Letztendlich sind wir dann in Fox im Lake Matheson Cafe gelandet, da uns nur dort der Kuchen gefallen hat. Ich hatte (wie immer) einen Cappuccino und einen Carrotcake, beides super lecker und nach den Hot Pools genau das Richtige! Als Dankeschön, dass ich meinen Besuch im Wohnzimmer habe schlafen lassen, wurde ich sogar zu Kaffee und Kuchen eingeladen, da habe ich mich sehr gefreut. Nach dem Kuchen ist mein Besuch weiter gefahren und dem Regen entflohen, sie wollten noch bis zum Arthurs Pass (etwa 300km entfernt) fahren und es war schon 17 Uhr.

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Cappuccino und Carrotcake

Den restlichen Tag/Abend habe ich nicht mehr wirklich was gemacht. Bei dem Wetter war es das Beste, einfach auf dem Sofa zu sitzen, Tee zu trinken, nichts zu tun und zu lesen. Das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit habe ich mir etwas gekocht. Es gab Bratkartoffeln mit Zwiebeln, dazu Spiegelei und Tomate aus dem eigenen Garten (sehr lecker, hat mich an die Tomaten aus dem Garten daheim erinnert). Ich weiß, dass das Essen nicht wirklich was besonderes ist, aber ich habe immer noch so viele Zwiebeln, Kartoffeln und Eier von meinem Großeinkauf im Dezember, die muss ich endlich einmal aufbrauchen. Außerdem mag ich Bratkartoffeln und Spiegelei wirklich gerne!

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Bratkartoffeln, Spiegelei und Tomate

Ich muss gestehen, mein Großeinkauf im Dezember (ihr erinnert euch vielleicht, Lebensmittel für etwa $270) war nicht so schlau von mir. Ich habe bisher kaum etwas davon gegessen, gut also, dass das meiste sehr lange haltbar ist. Wenn ich im März wieder anfange zu reisen, esse ich das hoffentlich alles!

Als Nachtisch gab es am Mittwoch noch ein Stück Schokolade und ein bisschen Joghurt. Den Joghurt hat Sole (meine Mitbewohnerin) mir netterweise aus dem billigeren Supermarkt in Hokitika mitgebracht. Endlich hatte ich wieder Joghurt, das hatte ich wirklich vermisst! Ich musste mich zusammenreißen, nicht gleich den ganzen 1kg Bottich aufzuessen.

Auch am Donnerstag hat es den ganzen Tag nur geregnet. Es war auch wieder kaum etwas los, wir haben also wieder geputzt. Mein Mittagessen war Paprika-Kumara-Suppe, die fand ich unglaublich lecker! In der Mittagspause habe ich gelesen und entspannt. Abends gab es Live-Musik, es war daher im Restaurant und in der Bar auch ein bisschen mehr los als in den Tagen davor.  Zum Abendessen gab es das, zumindest meiner Meinung nach, bisher beste Essen. Es gab Nudeln mit Tomaten-Paprika-Fleisch-Sauce – so lecker! Um 22.30 Uhr hatte ich auch schon Feierabend und konnte wieder relativ früh ins Bett gehen. Schlafen konnte ich aber nicht gleich, da meine Mitbewohner Besuch hatten und auch die Ohrstöpsel nicht so viel geholfen haben.

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Paprika-Tomaten-Gulasch mit Nudeln und Knoblauchbrot

Freitag war wie fast alle anderen Tage auch. Ich habe um 8.15 Uhr angefangen, es gab kaum etwas zu tun, also haben wir geputzt und Kaffee getrunken. In meiner Pause gab es für mich Salat mit Couscous und Hähnchen. Das Wetter war, trotz der richtig schlechten Vorhersage, wirklich toll! Strahlend blauer Himmel, wirklich warm und schön. Da Ellie und Carolina an dem Tag krank waren, hatte ich 30 Minuten weniger Pause, das hat mir aber nichts ausgemacht, ich war froh, arbeiten zu dürfen. Abends war dann auch etwas mehr los. Es waren erstaunlich viele Deutsche und Franzosen da, die ersten Griechen habe ich an dem Abend auch getroffen. Es waren wirklich alle sehr nett, und als es nicht mehr ganz so voll war, konnte ich mich auch ein bisschen mit den Leuten unterhalten. Nachdem wir fast mit dem Putzen des Restaurants fertig waren, gab es einen Stromausfall. Das war der erste, den ich hier miterlebt habe. Der Strom ist auch tatsächlich erst am nächsten Morgen um 8 Uhr zurückgekommen. Die Bar konnte deswegen an dem Abend nicht mehr geputzt werden, das war dann unter anderem meine Aufgabe für den nächsten Morgen.

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Couscoussalat mit Hähnchen

Der Samstag war der bisher langweiligste Tag! Es gab morgens, obwohl wir noch vom Abend vorher (wegen des Stromausfalls) putzen mussten, nichts zu tun. Wir haben lauter Putzaufgaben gesucht und den ganzen Morgen geputzt, aber Gäste gab es kaum. Was eigentlich verwunderlich war, da das Wetter ziemlich schön war. Es hat nur morgens ein bisschen geregnet, dann hatte es blauen Himmel und die Sonne hat gescheint, warm war es auch! Mittagessen war wieder Couscoussalat mit Hähnchen. In meiner Pause habe ich daheim in der Sonne gelegen. Meine Mitbewohner hatten Sushi selber gemacht, da durfte ich auch von probieren. Ich fands sehr lecker und ausgesehen hat es auch toll! Abends war es wieder sehr ruhig, Abendessen war ziemlich trockenes und fettiges Fleisch mit Salat (habe kaum etwas von dem Fleisch gegessen). Nach dem Putzen haben wir noch eine Runde Billard gespielt, bevor ich nach Hause gefahren und ins Bett gegangen bin.

Der Sonntag war wieder sehr sehr ruhig, es gab kaum etwas zu tun. Nur zum Mittagessen waren dann ein paar Leute da, unter anderem eine größere asiatische Gruppe. Es war dennoch vergleichsweise ruhig. Mittagessen war diesmal Blue Cod mit Pommes und Salat. Sehr lecker aber leider gar nichts für meinen Magen. Danach hat mir der Bauch ganz schön wehgetan, ich glaube, das lag am vielen Salat (Rohkost!), dem ungesunden Essen und vor allem dem Frittierten.

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Blue Cod mit Pommes und Salat

Da ich nur einen freien Tag in dieser Woche gehabt hatte und nichts los war, durfte ich abends nicht arbeiten. Ich war „on call“, das bedeutet, wenn Hilfe gebraucht wird, werde ich angerufen und habe 10 Minuten Zeit, bei der Arbeit zu sein. Es gab allerdings nichts zu tun, so dass ich den Abend auf dem Sofa verbracht habe. Die Zeit habe ich genutzt und mich über Fidschi erkundigt. Im Mai wollen Lisa und ich für 5 Tage nach Fidschi fliegen, da haben wir jetzt zumindest schon mal das Hostel reserviert (können wir auch wieder stornieren) und uns über Flugpreise informiert. Nach dem Abendessen (Knoblauchbaguette belegt mit Tomate aus dem eigenen Garten, restliches Paprika-Tomaten-Fleisch-Gulasch mit Nudeln) bin ich dann auch relativ zeitig ins Bett.

Auch am Montag war wieder fast nichts los, wirklich niemand versteht, wo die ganzen Leute sind! Es war ein glücklicher Zufall, dass an einem so ruhigen Tag der Bestellungsdrucker in der Küche ausgefallen ist. Wäre viel los gewesen, hätten wir ernsthafte Schwierigkeiten gehabt. So konnten wir die wenigen Bestellungen aber einfach auf Zettel schreiben und in der Küche abgeben. Nachmittags war das Problem zum Glück wieder behoben. Mein Mittagessen war wieder mal Cottagepie mit Salat, das (zusammen mit Nachos und Pizza) ist wohl das einfachste Mittagessen, das die Küche für die Mitarbeiter zubereiten kann, daher gibt es das so häufig.


Mein Tagesablauf:

Morgens stehe ich etwa 20 Minuten vor Schichtbeginn auf, ziehe mich nur schnell an und putze Zähne, dann geht es los. Auf der Arbeit haben wir dann 45 Minuten Zeit, bevor geöffnet wird. Wir richten die Tische her, machen das Recycling, schauen, dass alles bereit ist, schalten das Licht und die Musik an und öffnen die Türen. In letzter Zeit war morgens (eigentlich den ganzen Tag) nicht wirklich viel los (leider), so dass wir immer geputzt haben. Außerdem habe ich jede Menge Zeit, Kaffee zu trinken. Mein Kaffeekonsum ist dementsprechend auch wieder stark angestiegen. Wenn in der Küche gebacken wird, gibt es meist auch etwas zu probieren, da kann ich nie widerstehen (ganz schlimm!). Aber Pommes und frittierte Sachen esse ich in der Küche nicht mehr. Und wenn ich aussuchen kann, esse ich Suppe oder Salat als Mittag- oder Abendessen. Und ich muss gestehen, Frühstück gibt es bei mir nur unregelmäßig. Ich habe zwar immer etwas dabei, allerdings trinke ich immer erst ein/zwei Kaffees, und je nachdem, wie viel Kuchen es dann schon in der Küche gab oder wie spät es ist, lasse ich das Frühstück ausfallen. Wenn Mittags nicht so viel los ist, kann ich auch früher Mittag essen, da brauche ich manchmal gar kein Frühstück, auch wenn das wahrscheinlich nicht ganz so gesund ist (aber gesund lebe ich hier sowieso nicht wirklich).

Gegen 15 Uhr ist meine erste Schicht zu Ende und entweder gibt es Mittagessen oder ich gehe Heim und entspanne, je nach Wetter, auf dem Sofa oder im Garten. Bei gutem Wetter gehe ich meistens auch eine Runde joggen und mache ein paar Situps. Um 18 (oder 19) Uhr fängt die zweite Schicht an. Meistens teilen wir das Restaurant in verschiedene Bereiche auf, so dass jeder seinen eigenen Bereich hat und wir den Überblick behalten. Am liebsten bediene ich natürlich draußen, vor allem, wenn die Sonne scheint. Die Alkoholkontrollen in Neuseeland sind sehr streng, wir müssen von jedem, der jünger als 25 Jahre aussieht, den Ausweis verlangen, wenn Alkohol gekauft wird. Wir dürfen nur neuseeländische Ausweise und international Reisepässe akzeptieren. Vor allem die Australier haben meistens keinen Reisepass sondern nur ihren Ausweis oder Führerschein dabei und sind oft verärgert, wenn sie damit keinen Alkohol bekommen. Allerdings sind die Strafen einfach zu hoch in Neuseeland (bei Verkauf von Alkohol an Minderjährige müssen das Restaurant $10.000, der verantwortliche Manager $5.000 und der verkaufende Mitarbeiter $2.000 zahlen).

Sobald die Küche geschlossen ist (meist gegen 22 Uhr) wird angefangen, zu putzen. Je nachdem, wie viele Gäste noch da sind, putze ich meist die Kaffeemaschine (das macht mir wirklich Spaß!) und die Zapfsäule, dann wird das Besteck poliert und das Geschirr aufgeräumt. Die Toiletten werden natürlich auch geputzt, genauso wie die Teppiche gesaugt werden und das Restaurant gefegt und gewischt wird. Für all das gibt es auch eine Checkliste, die wir am Schluss nochmal durchgehen, damit auch wirklich nichts vergessen wird.

Es ist wirklich komisch zur Zeit, aber es ist seit etwa einer Woche kaum etwas los. Niemand in Fox versteht, wo all die Leute sind, denn eigentlich ist um diese Jahreszeit Hochbetrieb. Wir alle hoffen, dass bald wieder mehr Leute kommen und es wieder mehr Arbeit gibt! Ich muss sagen, dass für mich ein Job, der davon abhängt, wie viel gerade los ist, auf Dauer wohl eher nichts ist. Ich finde es zur Zeit schrecklich, immer abwarten zu müssen, ob ich denn nun arbeiten darf/kann oder nicht. Selbständigkeit ist daher auch eher nichts für mich.

Eure Franzi

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